Holz – Futterquelle für Pferde?

Eines gleich vorweg – Pferde knabbern sehr gerne an Bäumen und Ästen.

Das liegt tatsächlich in deren Natur, denn Holz zählt zu den natürlichen Futterquellen eines Pferdes. Beobachtet man Wildpferde, dann dürfte diese zusätzliche Futterquelle einen entscheidenden Beitrag leisten, wie gut die Tiere durch den Winter kommen.

Aber nicht nur die wild lebenden Pferde profitieren von Bäumen und Sträuchern, auch für unsere Hauspferde eignet sich diese zusätzliche Raufutterquelle und bereichert deren Speiseplan. Die Bepflanzung mit sogenannten lebenden Hecken oder Pflanzeninseln können die Pferdehaltung gewinnbringend bereichern. Aber auch die Fütterung von Ästen ist eine willkommene Abwechslung für jedes Pferd.

Und das Beste daran? Gehölze enthalten ganz wenig Energie und machen die Pferde schön satt!

Bei der Verfütterung von Gehölzen an Pferde sollte man aber auf ein paar Punkte achten!

  • Es dürfen nur Bäume und Sträucher angeboten werden, die nicht zu den mittelgiftigen und giftigen Sorten gehören. Eine Liste geeigneter Gehölze findet ihr weiter unten.
  • Holz darf nur als Ergänzung zur Heu- und Strohration verfüttert werden. Die Empfehlung liegt bei täglich 2-4g/kg KM.
  • Holz hat die Eigenschaft zu quellen. Daraus kann ein Sättigungsgefühl für das Pferd entstehen. Jedoch besteht das Risiko zur Schlundverstopfung, wie im Übrigen bei jedem Futtermittel mit Quellpotential. Wer auf Nummer sichergehen möchte, bietet zum Beispiel nur eine kleine Menge an Knabberästen an.
  • Kernholz ist giftig! Was ist Kernholz fragt ihr euch? Darunter versteht man das Innere des Holzes, den Kern oder auch Stammholz genannt (zB. Brennholz). Dieses Holz sollte man seinen Pferden nicht Wobei Pferde mögen Kernholz nicht sonderlich und in der Regel lassen sie es über. Wobei darauf darf man sich selbstverständlich nicht verlassen, denn es gibt immer Ausnahmen von der Regel!
  • Blattwerk zählt zu den vollwertigen Futtermitteln, ergo es enthält mehr Energie als die reinen Futtergehölze. Also nicht wundern, wenn die Pferde trotz energiearmen Gehölzen inklusive reichlich Blattwerk zulegen.
  • Schwarze Zunge? Wenn Pferde an einer Birke oder Eiche knabbern, kann es vorkommen, dass der Zungenbelag schwarz oder dunkelblau wird. Keine Panik! Das ist ganz normal und kommt von den enthaltenen Gerbstoffen.
  • Biegsame frische Zweige sind besonders als Futterholz geeignet und werden sehr gerne gefressen. Pferde lieben Rinde, die aus Borke und Bastschicht besteht.
  • Hat man die Möglichkeit lebende Hecken oder Pflanzeninseln anzubauen, sollte man sie nützen. Sie sind ein natürlicher Wind- und Schattenschutz und bringen klare Vorteile für die Pferde. Ein wirklich schöner Nebeneffekt dabei ist, dass für andere Lebeweisen ein nachhaltiger Lebensraum entsteht.

Alle Jahre wieder die Frage: Dürfen Pferde Weihnachtsbäume fressen?

Jedes Jahr kommt die gleiche Frage – darf man den Weihnachtsbaum an Pferde füttern oder nicht? Die Antwort ist eigentlich auch immer die gleiche. JEIN!

Die weihnachtliche Tanne zählt zu den mittelgiftigen Gewächsen. Die enthaltenen Gerbstoffe können sich durchaus ungünstig auf die Gesundheit der Pferde auswirken. Letztendlich macht wohl die Menge das Gift aber auch hier gilt, wer auf Nummer sichergehen möchte, verzichtet für sein Pferd darauf und entsorgt den Baum lieber beim Bauhof. Einen Aspekt solltet ihr auch noch bedenken, gekaufte Bäume, wenn es nicht der Öko Baum vom Nachbarn ist, sind meist sehr stark gespritzt.

Geeignetes Futterholz für Pferde

Nachfolgend findet ihr eine kleine Auswahl an Bäumen und Sträuchern, die sich als Futterholz eignen. Bitte beachtet, die Liste ist nicht vollständig und ich empfehle euch die Rücksprache mit einem Profi (zB. Gärntner), wenn es darum geht, was ihr bepflanzen könnt oder nicht.

  • Schwarze Erle
  • Felsenbirne
  • Apfelbeere
  • Sand-Birke
  • Hainbuche
  • Hartriegel
  • Haselnuss
  • Wildbirne
  • Linde
  • Weide
  • Birke
  • Ulme alle Sorten -> Tipp Sibirische Ulme schnellwachsend und sehr robust
  • Obstsorten wie zB. Apfel, Birne, Marille

 

Fazit

Zusammengefasst kann man sagen, dass Futterholz viele Vorteile bringt und in der Pferdehaltung einen berechtigten Platz hat. Wer also seinen Paddock mit Sträuchern verschönern möchte, schafft für seine Pferde eine zusätzliche Wind-, Schatten- und Futteroase. Und wer einen Obstgarten hat, in dem alljährlich der Baumschneider die Baumkronen stutzt, der macht seinen Pferden eine Freude, wenn er die frischen Äste zum Knabbern (portioniert) in den Paddock legt.

Sylvia Moser

Fütterungsberaterin

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